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Shirley

Ich bin 16 Jahre alt und gehe in die neunte Klasse. Meine Lieblingsfächer sind Sport, Geschichte und Deutsch, wobei ich Geschichte momentan besonders spannend finde, weil wir gerade die Weltkriege behandeln. In meiner Freizeit spiele ich Fußball, reite viel und treffe mich oft mit meinen Freunden in der Stadt. Wir gehen dann  shoppen, essen oder unterhalten uns einfach. Ich höre auch gerne Musik und schaue Serien, aber Horrorfilme sind zum Beispiel überhaupt nichts für mich, die kann ich gar nicht ab. Mein Traumberuf ist es, später beim Zoll zu arbeiten, weil ich bei der JobNight viel darüber erfahren habe und der Beruf mich sofort begeistert hat. Ich habe auch schon ein Praktikum gemacht, bei dem ich viel unterwegs war, Pakete kontrollieren durfte und sogar gelernt habe, wie man Schiffe anmeldet. Für meine Zukunft wünsche ich mir vor allem, dass mir mein Beruf wirklich Spaß macht und dass ich mich mit meinen Kollegen gut verstehe. Denn ich komme nicht gut damit klar, wenn Menschen unehrlich sind oder andere hintergehen. Ich finde, Probleme sollte man immer offen und ehrlich ansprechen. Den ganzen Tag im Büro am Computer zu sitzen, wäre nichts für mich; ich bin lieber draußen und aktiv. Ich träume davon, mir irgendwann einen Audi kaufen zu können, aber wahrscheinlich würde ich mir zuerst eine eigene Wohnung mieten, bevor ich an ein Auto denke.

Was macht man, wenn man bemerkt, dass Plan A nicht funktioniert?

Liebe Shirley,

ich bin beeindruckt, wie klar deine beruflichen Vorstellungen sind! Dass du durch dein Praktikum beim Zoll bereits einen Beruf gefunden hast, der zu dir passt, weil du viel unterwegs sein und aktiv mit anpacken kannst. Dein Wunsch nach einer Tätigkeit, die dir Spaß macht und bei der du dich auf ehrliche Kollegen verlassen kannst,ist absolut verständlich. Deine Frage, was man macht, wenn Plan A – in deinem Fall der Beruf beim Zoll – vielleicht doch nicht funktioniert, ist sehr klug, denn es ist sinnvoll, Alternativen im Blick zu haben. Wenn Plan A aus irgendeinem Grund nicht aufgehen sollte, ist das Wichtigste: keine Panik!

Das ist keine Sackgasse, sondern eine Chance, neue Wege zu entdecken. Du besitzt bereits viele Interessen und Stärken, die dir auch in anderen Berufen zugutekommen könnten. Überlege, was dir am Zollberuf besonders gefällt: Ist es die Abwechslung, das Draußensein und Aktivsein oder die Möglichkeit, einen Beitrag zur Sicherheit zu leisten? Diese Punkte sind ein guter Ausgangspunkt, um nach ähnlichen Berufen zu suchen. Wenn dir zum Beispiel die Kontrolle und das Ermitteln gefallen haben, könnten Berufe bei der Polizei oder im Ordnungsamt interessant sein. Auch hier ist man viel im Einsatz, hat Kontakt zu Menschen und sorgt für Ordnung und Sicherheit.

Nutze Praktika und Informationsangebote, denn es ist immer gut, neugierig zu bleiben und in verschiedene Berufe reinzuschnuppern. Das hilft, ein Gefühl dafür zu bekommen, was wirklich zu dir passt. Berufsberater der Agentur für Arbeit können dir dabei ebenfalls gute Tipps geben. Du bist eine junge, engagierte Person mit klaren Vorstellungen. Das sind beste Voraussetzungen, um deinen Weg zu finden, selbst wenn es mal eine kleine Planänderung geben sollte.

TEXT Morgana Pfeifer Schridde / Sascha Bock
FOTO Reinhard Witt

So geht Berufsorientierung

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