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Wie Bildungscoach Jan Andresen Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf unterstützt

Seit 15 Jahren begleitet Jan Andresen als Bildungscoach junge Menschen an der Schule in Bredstedt. Er hilft beim Start ins Berufsleben – mit individueller Beratung, praktischen Impulsen und viel Erfahrung

Berufsorientierung beginnt oft mit kleinen Fragen: „Wie finde ich einen Ausbildungsplatz?“ oder „Was kann ich eigentlich gut?“ – Fragen, auf die Jan Andresen gemeinsam mit Jugendlichen Antworten sucht. Seit 2010 ist der Bildungscoach an der Schule in Bredstedt tätig. Er unterstützt Schüler dabei, berufliche Perspektiven zu entwickeln und den Übergang von der Schule in den Beruf zu meistern – individuell, praxisnah und immer auf Augenhöhe.

„Coaching bedeutet nicht, ständig daneben zu sitzen“, sagt Jan Andresen. „Oft reicht schon ein kleiner Impuls, ein Satz, der etwas auslöst.“ Seit mittlerweile 15 Jahren arbeitet der 52-Jährige als Bildungscoach an der Schule in Bredstedt – vor allem in der sogenannten Flex-Klasse. Dort haben Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf bis zu drei Jahre Zeit, ihren Schulabschluss zu erlangen. Andresen begleitet sie dabei eng mit Praktika, Bewerbungshilfen und vielen Gesprächen. „Wenn man sie über längere Zeit erlebt, sieht man, wie sie sich entwickeln – wie sie reif für den Ausbildungsmarkt werden. Das ist wirklich  beeindruckend.“

Der Bildungscoach ist weder Lehrer noch Berufsberater, sondern spielt eine eigene wichtige Rolle im Übergang von der Schule in den Beruf. Angestellt bei der Bildungs- und Arbeitswerkstatt Südtondern gGmbH in Niebüll, arbeitet Andresen im Rahmen des Handlungskonzepts STEP, das vom Europäischen Sozialfonds und dem Land Schleswig-Holstein finanziert wird. Ziel ist es, jungen Menschen Orientierung zu geben – mit Coaching, Kompetenzfeststellung, Kursangeboten und enger Zusammenarbeit mit dem schulischen Umfeld.

„Ich organisiere und plane mit Lehrkräften und Schülern gemeinsam, was nach dem Abschluss möglich ist“, erklärt Andresen. „Wichtig ist dabei eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten.“ Dazu nutzt er Erfahrungen aus Praktika, Rückmeldungen von Lehrkräften, Gespräche mit Eltern und die enge Kooperation mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit. Einmal wöchentlich findet in der Schule ein gemeinsamer Berufsberatungstag statt – ein fester Termin, an dem Andresen regelmäßig beteiligt ist.

Der Bedarf an individueller Unterstützung ist groß – gerade bei Schülern mit Förderbedarf, mit denen Andresen vorrangig arbeitet. Ab der 8. Klasse beginnt er, sie auf ihren weiteren Weg vorzubereiten. Die Maßnahmen reichen von Bewerbungstrainings über die Vermittlung von Praktika bis hin zur Begleitung bei Gesprächen mit Eltern oder andere Beratungsstellen. „Mir ist wichtig, dass möglichst alle Beteiligten wissen, was gerade ansteht – Lehrkräfte, Eltern, Jugendberatungen. Ich versuche, alle mit ins Boot zu holen.“

Herausforderungen sieht er vor allem aufgrund des Zeitwandels: „Die Jugendlichen haben sich verändert, aber auch der Ausbildungsmarkt. Früher musste man zig Bewerbungen schreiben, heute reicht oft eine. Viele wissen das – und sind dadurch weniger motiviert oder selbstkritisch.“ Genau hier setzt seine Arbeit an: bei der Fähigkeit zur Selbsteinschätzung, bei der Entwicklung von Eigenverantwortung.

Trotz aller Mühen ist das Projekt nicht dauerhaft gesichert. „Alle paar Jahre muss es neu beantragt werden – 2027 steht die nächste Ausschreibung an.“ Dennoch ist Andresen geblieben. Was ihn motiviert? „Ich habe früher in einer Werkstatt mit Jugendlichen gearbeitet, mich dann weitergebildet in Pädagogik und Personalführung. Ich wollte immer begleiten und fördern – nicht nur unterrichten. Das passt genau zu dem, was ich hier machen kann.“

Was ihm besonders wichtig ist: Freiwilligkeit und Vertrauen. „Viele kommen gerne zum Gespräch. Das sollte keine Pflicht sein, sondern eine Möglichkeit. Und manchmal geht es nur um eine kurze Frage – die aber etwas in Bewegung bringt.“ Wenn ehemalige Schüler Jahre später mit dem Gesellenbrief in der Hand wieder vor ihm stehen, weiß er, dass seine Arbeit Wirkung gezeigt hat.

TEXT Anja Nacken / Markus Till
FOTO Reinhard Witt

So geht Berufsorientierung

Eine korrekte und aussagekräftige Bewerbung ist der erste Schritt auf dem Weg in die Ausbildung. In unserem Servicebereich steht außerdem, wie man die nachfolgenden Herausforderungen in Vorstellungsgespräch, Assessmentcenter und dem Start ins Arbeitsleben erfolgreich meistert.