
Lenya
Ich bin 15 Jahre alt und gehe in die 9e. Meine Lieblingsfächer sind Deutsch und Konsum, weil ich gern koche. Ich bin kreativ, hilfsbereit und lache viel, und in meiner Freizeit gehe ich in die Tanzschule und treffe mich mit Freunden – am liebsten setzen wir uns irgendwo in der Stadt hin und quatschen. Zuhause habe ich einen Hund. Generell mag ich Tiere sehr, vor allem auch Pferde und Delfine. Früher war ich mal Klassensprecherin, aber eher, weil ich vorgeschlagen wurde. Nach der 10. Klasse möchte ich dann eine Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin anfangen. Später würde ich gerne Notfallsanitäterin werden, weil mich dieser Beruf total fasziniert – besonders seit ich mal im Krankenhaus war. Ich möchte Verantwortung übernehmen, Menschen helfen und brauche Abwechslung im Alltag. Am liebsten würde ich irgendwann in die Schweiz ziehen und dort Nachtschichten als Sanitäterin fahren. In der Schweiz gefällt mir besonders die Landschaft. Ich hoffe, dass ich das alles wirklich schaffe – hierbleiben möchte ich jedenfalls nicht, das steht fest.
Ist es sinnvoll, eine Ausbildung als MTA zu machen, wenn ich Notfallsanitäterin werden will?
Liebe Lenya,
du bist kreativ, hilfsbereit und brauchst Abwechslung im Alltag – das sind wichtige Eigenschaften für einen Beruf, in dem du Menschen helfen und Verantwortung übernehmen möchtest. Die Ausbildung zur Notfallsanitäterin ist ein eigenständiger, dreijähriger Ausbildungsberuf. Sie findet an Berufsfach- und Rettungsdienstschulen, in Rettungswachen und in Krankenhäusern statt. Du lernst alles für den Einsatz im Rettungsdienst: medizinische Grundlagen, Notfallmaßnahmen und den Umgang mit Patienten in Akutsituationen. Eine MT-Ausbildung (Medizinische Technologin, vor 2023 Medizinisch-technische Assistentin) vermittelt dir tiefgehende medizinische Kenntnisse, zum Beispiel über den menschlichen Körper oder die Diagnostik. Dieses Wissen kann sicherlich hilfreich sein, um medizinische Situationen besser zu verstehen. Allerdings unterscheiden sich die Aufgaben einer MT im Krankenhaus oder Labor sehr von denen einer Notfallsanitäterin.
Als MT arbeitest du eher im Hintergrund, während du als Notfallsanitäterin den direkten Patientenkontakt im Notfall hast. Eine MT-Ausbildung ist keine Voraussetzung für die Ausbildung zur Notfallsanitäterin und verkürzt diese in der Regel auch nicht. Wenn dein klares Ziel die Notfallsanitäterin ist, ist der direkte Weg die beste Wahl. Um sicherzugehen, ob der Beruf wirklich zu dir passt, nutze die Zeit nach der 10. Klasse für ein Praktikum im Rettungsdienst oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). So bekommst du einen realistischen Einblick! Du bist motiviert und hast klare Vorstellungen, das ist die beste Grundlage, um deine Ziele zu erreichen!
TEXT Morgana Pfeifer Schridde / Sascha Bock
FOTO Reinhard Witt
So geht Berufsorientierung
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